Was ist günstiger: Marmelade kaufen oder selber kochen?
3 Sekunden nicht aufgepasst und zack – das Quittengelee hatte sich für einen Umzug aus dem Kochtopf aufs Ceranfeld entschieden. Kochend heiß und nicht mehr verwendbar blubberte es da letzten Sommer vor sich hin und ich stellte mir nicht das erste Mal die Frage „Lohnt sich das überhaupt? Wieso kaufe ich mir nicht einfach fertige Marmelade im Supermarkt?“

Und genau das finden wir jetzt in diesem Ratgeber heraus: Ist selbst eingekochte Marmelade wirklich günstiger als aus dem Supermarkt?
Marmelade einkochen: Was brauchen wir und wie geht das eigentlich?
Die Materialien braucht man:
- Elektroherd
- Kochtopf
- Schöpfkelle
- Einmachgläser
- evtl. Passiersieb
- ausreichend Früchte
- Gelierzucker

Schritt für Schritt zur eigenen Marmelade
Marmelade einzukochen ist eigentlich nicht schwer, sondern auch ganz ohne Vorkenntnisse machbar.
Wichtig ist allerdings, dass man höchste Alarmbereitschaft an den Tag legt, sobald es an den Herd geht! Wenn die Masse im Topf erst mal anfängt zu sprudeln, müsst ihr permanent rühren und dabeibleiben. Wer hier für den Bruchteil einer Sekunde wegguckt (wie bei meinem Quitten-Trauma), schrubbt danach den Herd.
Damit bei euch alles glattläuft, kommt hier eine Kurzanleitung:
- Gläser sterilisieren: Die Einmachgläser und Deckel gründlich in kochendem Wasser ausspülen. Wenn die Gläser nicht 100% rein sind, kann die Marmelade später schimmeln!
- Früchte vorbereiten: Das Obst waschen, von Stielen oder Kernen befreien und je nach Geschmack in kleine Stücke schneiden oder pürieren. Mit einem Passiersieb wird die Marmelade besonders fein.
- Kochen: Früchte und Gelierzucker (Verhältnis je nach Zuckerart, z.B. 2:1) im Topf gut miteinander verrühren. Die Masse unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Sobald es richtig sprudelt, die Zeit stoppen: Die Marmelade muss ca. 4 Minuten durchkochen.
- Gelierprobe machen: Einen kleinen Klecks heiße Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird er schnell fest? Perfekt. Bleibt er flüssig? Noch eine Minute weiterkochen lassen.
- Abfüllen und Kopfstand: Die kochend heiße Marmelade randvoll in die Gläser füllen, sofort fest verschließen und für ca. 5 Minuten auf den Kopf stellen, damit sich ein Vakuum bildet.
Welche Früchte eignen sich für selbst gemachte Marmelade?
Die kurze Antwort: Fast alles, was der Garten oder die Natur hergibt!

🍓 Der absolute Klassiker ist und bleibt die Erdbeere (oft in Kombi mit Rhabarber). Aber auch Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und natürlich meine geliebten Quitten eignen sich perfekt. Wer es etwas herber mag, greift zu Johannisbeeren.
Das Tolle am Selbermachen: Ihr könnt im Supermarkt gezielt nach überreifem Obst in der Schnäppchen-Ecke Ausschau halten. Das ist nicht nur super günstig, sondern auch perfekt für Marmelade, weil reife Früchte von Natur aus viel süßer sind und das beste Aroma haben.
Lifehack: Gratis Früchte mit mundraub.org sammeln
Es geht aber noch besser, nämlich komplett gratis! Habt ihr gewusst, dass in eurer Umgebung vermutlich unzählige Obstbäume und Sträucher stehen, die im öffentlichen Raum wachsen und von absolut jedem legal abgeerntet werden dürfen? Genau hier kommt das Portal mundraub.org ins Spiel.
Das ist eine kostenlose Online-Karte, auf der Tausende von Obstbäumen, Beerensträuchern und Nussbäumen in ganz Deutschland eingetragen sind. Die Spielregeln sind simpel:
- Kostenlos ernten: Ihr schaut auf der Karte, was gerade in eurer Nähe wächst – ob wilde Brombeeren am Wegrand, Kirschen im Park oder Äpfel auf einer Streuobstwiese.
- Fair bleiben: Achtet darauf, dass die Bäume nicht auf Privatgrundstücken stehen, geht pfleglich mit der Natur um und nehmt nur so viel mit, wie ihr auch wirklich selbst verarbeiten könnt.
Die Rechnung: Was ist teurer – gekauft oder selbst gemachte Marmelade?
Auch wenn das Einkochen sehr viel Spaß macht und selbst gemachte Marmelade einfach super lecker ist, wollte ich gerne wissen, ob sich der Aufwand auch in finanzieller Hinsicht lohnt. Schließlich kostet ein Glas Marmelade beim Discounter oft nur etwas mehr als 1€.
Schauen wir uns mal an, welche Kosten beim DIY-Projekt entstehen, wenn man beispielsweise 1 Kilogramm Erdbeeren einkocht:
| Kostenpunkt | Kosten (für ca. 1 kg Marmelade) |
|---|---|
| Früchte | 6€ |
| Gelierzucker | 2€ |
| Einmachgläser | 5€ |
| Strom & Wasser (Kochen & Spülen) | ca. 0,40€ |
| Gesamt | 13,40€ |
Bei 1 kg Früchte solltet ihr 6-8 Gläser Marmelade erhalten, sodass ihr auf einen Preis von 1,68€ bis 2,23€ pro Glas kommt.
Wenn ihr aber keine neuen Einmachgläser kaufen müsst UND kostenlos an Früchte kommt, sieht die Rechnung schon ganz anders aus:
| Kostenpunkt | Kosten (für ca. 1 kg Marmelade) |
|---|---|
| Früchte (mundraub.org oder eigener Garten) | 0€ |
| Gelierzucker | 2€ |
| Einmachgläser | 0€ |
| Strom & Wasser (Kochen & Spülen) | ca. 0,40€ |
| Gesamt | 2,40€ |
Und schon liegen wir bei einem Preis von 0,30€ bis 0,40€ – das kann auch der Discounter nicht schlagen!
Fazit: Lohnt sich das Chaos in der Küche?
Das Ergebnis im großen Marmeladen-Duell ist eindeutig: Wer blind in den Supermarkt rennt, teure Beeren außerhalb der Saison kauft und schicke Designer-Gläser dazu besorgt, zahlt im Vergleich zum Discounter-Glas (das es oft schon für knapp über 1€ gibt) definitiv drauf. In diesem Fall ist Selbermachen eher ein schönes Hobby als ein Spar-Lifehack.
Sobald ihr aber den einen oder anderen Spartrick nutzt, beschert euch das Einkochen ein super Schnäppchen! Ein Glas leckere Marmelade für 0,35€ – das gibt es so wahrscheinlich nirgends zu kaufen.
Und mal ganz ehrlich: Wenn man am Sonntagmorgen das frisch bestrichene Brötchen in den Mund schiebt, schmeckt die eigene Kreation einfach tausendmal besser als die industriell gerührte Masse aus der Fabrik. Selbst dann, wenn man am Tag davor eine halbe Stunde das Ceranfeld schrubben musste.
Habt ihr das Einkochen schon mal selbst probiert oder nutzt ihr mundraub.org bereits? Schreibt es mir unbedingt mal in die Kommentare!
